trichter

Amnesie

2009

Amnesie

2009

Amnesie

2009

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Objekt im Kunstverein Leipzig im Rahmen der Ausstellung "Amnesie"

2009

Entwurf

2009

Der Specht am Wäschemast: ein Bild über das zwanghafte Festhalten am falschen Objekt.

An einem eisernen Wäschemast wurde ein mechanisiertes Spechtpräparat montiert. Nach Auslösung eines Sensors bearbeitet der Specht den Mast entsprechend dem Lebendverhalten (Anschlag bis zu 18x/ sec).

Hintergrund

Während der Futtersuche behacken männliche Spechte  resonante Hohlstellen auch deshalb, um über den möglichst starken Schall ihr Revier abzugrenzen und Weibchen zu locken. Im heutigen urbanen Lebensraum werden hohle Metallobjekte einbezogen, z.B. Fallrohre an Häusern. (Die natürliche Grundlage Holz gerät also dem Konkurrenten zunehmend zum Nachteil und zwingt zu Anpassungen.)

Obwohl das Interesse an Blech aus dem ursprünglichen Verhalten heraus erklärbar ist, erscheint dem Beobachter ein am Rohr hackender Specht als fehlerhafter Zusammenhang. Zum Einen enttäuscht der Specht unsere Erwartungen von Natur mit der ungenierten Aufpotenzierung seiner akustischen Qualität durch Technik (und diese Reflexion gäbe Anlaß, unsere Vorstellungen von Natur zu überdenken). Zum Anderen versteht man das Bild seines scheinbar unnatürlichen Verhaltens intuitiv als Bild von Ambivalenz. Das Tierverhalten wird unwillkürlich vermenschlicht (ein prinzipiell fragwürdiger Umgang mit Tieren); man spürt vor dem Specht seiner möglichen psychogenen Störungen nach, z.B. einer Amnesie.

Durch die Selbstverständlichkeit der Fortsetzung des Verhaltens auch nach dem Transfer in einen Innenraum kommt zur Vermenschlichung noch Verniedlichung dazu. Das Ganze könnte Motiv einer Grußkarte sein: Herzliche Grüße aus Amnesie.


Modellbau

2009

Sammlung

test
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