trichter

Zum Glück gibt es Schlimmeres

2000

Galerie B2, Leipzig

2000

begehbarer Würfel

Galerie B2, Leipzig

2000

die Cargo Galerie- Frankfurt präsentiert Peter Bux mit „Zum Glück gibt es Schlimmeres“ und „Unglücksrad“

Galerie B2, Leipzig

2000

Flyer und "save the date"- Karte am Stand der Cargo Galerie Frankfurt

Die Fallseiten des anrollenden Würfels sind Möglichkeiten, die wie jede offen entgegenkommende Fallentscheidung das Herz schlagen lässt zwischen Angst und Hoffen.

Das begehbare Innere eines vergrößerten Spielwürfels wurde mit Balken verstrebt. Von der Decke tropft aus einem Wertpunkt Wasser in einen Eimer. 


Hintergrund

I
Alle Elemente einer Konstellation müssen als Bezugspunkte akzeptiert werden, wenn eine Folge von aus ihnen entstehenden Ereignissen vollkommen sein soll. Vollkommen können nur Kontingenzen sein, Vorgänge, die ohne bedingende Absichten geschehen.
Vollkommenheit ist „das, außerhalb dessen sich auch nicht ein einziger Teil finden lässt.“ Aristoteles, Metaphysik, Buch V, Kap. 16
Vollkommenheit = Vollständigkeit = 100 % Chaos im Stichprobenraum.
Vollkommenheit bedeutet Ungewißheit. Ungewißheit ist schwer zu ertragen, verführt aber zugleich mit dem Versprechen, daß die Fülle des Erlebens aus ihr heraus größer sein könnte als jede Vorstellung. So einfach Vollkommenheit begrifflich fassbar ist, so maßlos und unfassbar wird sie im Versuch der realen Umsetzung. Man stelle sich ein unendlich eingefaltetes Objekt vor, das nach jeder Entfaltungsstufe eine andere Wirklichkeit offenbart. Vollkommenheit dient in diversen Kontexten bejahend oder verwerfend zur Orientierung. Weltverschieden war und ist etwa die Bereitschaft, das Negative, das im Zuge der Werdung des Positiven entstehen kann, zu akzeptieren.
--> Nur was schief gehen kann, kann gut werden. (:-)
Sollen Ereignisse Vollkommenheit besitzen, müssen alle Möglichkeiten enthalten sein. Die Fallseiten des anrollenden Würfels sind zum Beispiel diese Möglichkeiten, die wie jede offen entgegenkommende Fallentscheidung das Herz schlagen lässt zwischen Angst und Hoffen. So wird man bis zur letzten Sekunde vom Glück verfolgt.
--> Rette die Gefahr!

II
Die Fragen zu Vollkommenheit und Akzeptanz der Folgen treffen den Kern des Sicherheitsbedürfnisses und lösen ungeheuer kontroverse Antworten aus. Da eine sich aus Diskontinuität ergebende Ereignisfolge im Voraus nicht als günstig oder ungünstig bestimmt werden kann, werden sofort schützende Bedingungen ins Ungewisse gerichtet (eventuell unter Definition von Streubereichen), die aber so viele Glücksmomente unterbinden, als Bedingungen gestellt werden. So wird das Glück mit einer ganz spezifischen Zulassung des Erwartbaren vorsortiert.
Die Vorsicht ist zu beschränkt als Alleinerziehende für Porzellankisten.
Es ist ein wesentlicher Bestandteil von Kultur, Schutzhandlungen gegen die allseits anstürmenden Möglichkeiten zu überliefern und deren Einhaltung zu begründen. Gerade die Definitionen von Risiken, die Menge der Vorschriften und Formen der Beschränkungen machen kulturelle Unterschiede aus (verinnerlichen von Kontrollillusionen).
Verwirklichte "Vollkommenheit" ist zwangsläufig unvollkommen, was niemand, der seine Erfüllung an deren Gelingen bindet, gern einsieht. Faktisch entsteht heute eine Bedrohung daraus, daß aus gesteigertem Schutzbedürfnis verschiedene fundamentale Ordnungen geschaffen werden, in denen sich die Unvollkommenheit als vollkommen darstellt und irgendein Negatives als Abgrenzungsvorwand benutzt.
--> Doch wo Rettung ist, wächst das Gefährdende auch.

III
Aus Chancenreichtum, etwa der Förderung eigener Absichten, kann Glück und Gefahr erwachsen. Es war ein besonderes Glück für Kapitän Cook, am 20. Januar 1778 eine große Inselgruppe für England zu entdecken, die er nach dem Ersten Lord der Admiralität Sandwich-Islands nannte. Dieser hatte seine dritte Expedition gefördert („political and personal support“, wie mir Lord Montagu, Earl of Sandwich am 1. Juli 2012 auf Anfrage mitteilte). Bei seinem zweiten Besuch am 14. Februar 1779 wurde Cook ebendort ermordet. Man wird einer Chance nur in Vollkommenheit gerecht, wenn Bereitschaft besteht, ihre Nebenwirkungen auszuhalten. Die Erfüllung auch der schönsten Wünsche birgt Risiken.
--> Wer sich optio (freier Wille) leistet, muß Optionen ertragen.

Sammlung

Galerie Pankow, Berlin

2000

Gruppenausstellung "Julia Schmidt"

memento mori mit Trickkiste

2000

-

2012

test
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